Wenn ich tot bin in 100 Worten

Stille Tage. Zeit für einen Blick in die eigene Gegenwart und Zukunft: Was wird werden? Was soll sein? In welche Richtung sich Ihre Gedanken auch vorausbewegen, wir sind gespannt auf Ihre 100 Worte „Wenn ich tot bin“.

 

Wenn ich tot bin, werde ich verbrannt sein oder zerfallen in einen anderen Stoff. Es wird ein Grab geben oder keines, weil Gräber längst aus der Zeit gefallen sind. Spatzen zwitschern, wo ich zuletzt war. Meine Kinder reden noch im Geist mit mir oder habe ich sie überlebt? Zu meinem Gedenken lief ein aus Verlegenheit gewählter Evergreen. Statt Gustav Mahler (Empfehlung einer KI). Hauptsache Musik. Denn Blumen werden unbezahlbar sein. So alt bin ich geworden. Ob mir jemand in der Todesstunde über die Stirn strich? Oder starb ich unter Todesangst im Tunnel der Narkose? Zwei Verflossene winken meiner Hülle zu.

Julia Behr

"Wenn ich tot bin in 100 Worten" verfassen

Vielen Dank für Ihren Beitrag. Ihre 100 Worte werden innerhalb der nächsten 24 Stunden freigeschaltet. Bei Rückfragen melden Sie sich gern: 0174 70 30 400.

Bettina Monse , 27.11.2023 - 16:32 Uhr

Wenn ich tot bin, ist meine geliebte Brille übrig... Oder gibt es dann vielleicht Gräber für verwaiste Brillen? Blödsinn. Wieso denke ich zuerst an meine Brille - ? Wenn ich tot bin, werden meine Lieben zusammen kommen. In echt oder in Gedanken. Vielleicht teilen sie dann Erinnerungen von mir, wie ich bisher gern Geschichten von meinen Großeltern erzähle. Vielleicht sehen sie eine Blaumeise oder etwas anderes und denken dabei an mich... Ich werde es spüren und sie dann auch.

A. W., 14 Jahre , 23.11.2023 - 21:32 Uhr

Der Tod, welcher uns allen irgendwann mal bevorsteht, ist für mich etwas ganz Besonderes. Für mich bedeutet der Tod nach dem stressigen Leben, den ganzen Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten, in den Himmel aufzusteigen und all diesen Komplikationen nicht mehr begegnen zu müssen. Ich persönlich bin der Meinung, dass Gott uns in diesem Leben auf die Probe stellt, unsere Grenzen testet, damit, wenn wir alle irgendwann entschlafen, wir in das eigentliche Leben kommen, in das Leben, wo es keine Aufgebrachtheit oder Empörung gibt. Doch in solchen Fällen bestimmt sicher jeder seine eigene Geschichte, wie man nach dem Lebensende in den Himmel hinaufsteigt. Daher ist der Tod etwas Wichtiges, was zum Leben immer dazugehört.

A. I., 19 Jahre , 22.11.2023 - 17:45 Uhr

Wenn ich tot bin, möchte ich einerseits gerne möglichst ungeschönt in Erinnerung bleiben. Wenn mit meinem Tod aber die eine peinliche Geschichte aus der zehnten Klasse, schlechte Witze oder im falschen Moment rausgehauene Kommentare endgültig vergessen sind? Nichts, worüber ich mich beschwere. Ich werde in einem Sarg in die Erde gelassen werden (mir egal, klare Präferenz bei der Familie väterlicherseits). Währenddessen wird „Von guten Mächten“ spielen (mir egal, klare Präferenz bei der Familie mütterlicherseits). Als Sargbeigabe habe ich Tagebücher aus der zehnten Klasse und die Superhelden Zeichnungen meines kleinen Bruders. Mehr Vorgaben und Wünsche als 19jährige? Für mich igendwie zu viel.

D. B., 88 Jahre , 22.11.2023 - 12:53 Uhr

Es war im Sommer 1952. Wieder einmal war ich mit meiner Schwester auf einer Wandertour in unserer Sächsischen Schweiz unterwegs. An diesem Tag entdeckten wir einen Waldfriedhof, der bei uns einen ganz besonderen Eindruck hinterließ. Auch später war dieser Friedhof, seine besondere Stille und seine Atmosphäre für mich stets gegenwärtig, so daß ich aus gegebenem Anlaß eine Familiengrabstätte anlegen ließ. Für meine Bestattung wünsche ich mir, daß sie im Familienkreis stattfindet. Statt einer Traueransprache von einer Person, die mich nicht gekannt hat, bitte ich die Anwesenden mir mit einem Glas Sekt bei einer "ungetrübten Unterhaltung" ein letztes Mal zuzuprosten.

Gute Bestattungen sind schön.

Julia Behr Bestattungen

Tel. 0174 70 30 400
kontakt@juliabehrbestattungen.de

Julia Behr (Inhaberin)
Friedrich-Ebert-Straße 43
04109 Leipzig